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Bertholdt/Messinger, Anspielgottesdienste für Jung und Alt

Anke Bertholdt, Britta Messinger, Anspielgottesdienste für Jung und Alt. 20 komplette Entwürfe, Neukirchener Verlag, Neukirchen 2017, 284 S., 17,00 Euro

Aus der Praxis für die Praxis – mit dieser Zielsetzung regt das Buch von Anke Berthold und Britta Messinger dazu an, sich auf das Thema Anspiele im Gottesdienst einzulassen. Zunächst gehen die Verfasser in einem kurzen Kapitel auf die Vorbereitung, Planung und Durchführung der Anspielgottesdienste ein. Vom in der Praxis bewährten zeitlichen Verlauf der einzelnen Planungsphasen über die Zusammensetzung des Anspielteams, das Schreiben der Anspieltexte und den Bau der Kulissen bis hin zum Schreiben der Predigt werden alle relevanten Aspekte eines Anspielgottesdienstes beleuchtet. In den darauffolgenden Kapiteln werden 20 komplette Anspielentwürfe mit ausgearbeiteter Predigt, liturgischen Texten, in der Regel mit Fürbitten sowie mit einigen Liedvorschlägen und Aktionen für die Gottesdienstbesucher vorgestellt. Die Anspiele sind jeweils einem Thema zugeordnet und setzen sich meist aus mehreren kurzen Szenen zusammen. Die Predigtentwürfe folgen den durch die Anspiele vorbereiteten Themen; ein biblischer Text wird in die Themenpredigt einbezogen. Der größte Teil der Anspielgottesdienste ist nicht auf eine bestimmte Zeit im Kirchenjahr bezogen.

Das Buch ist eine geeignete Starthilfe für Gemeinden, die mit Anspielgottesdiensten beginnen möchten. Zielgruppe sind deshalb sowohl Pfarrer/-innen wie auch engagierte Gemeindeglieder, die in einem Anspielteam mitwirken. Die Anspiele richten sich vor allem an ein Anspielteam mit (jungen) Erwachsenen (Themen aus der Arbeitswelt, Alltagsszenen, Freizeit). Möchte man die Anspiele mit Konfirmandinnen und Konfirmanden aufführen, erfordert dies gegebenenfalls eine Anpassung der Stücke an die Lebenssituation von Jugendlichen. Doch gerade zu diesem Anpassen an die jeweilige Situation der Zuhörer vor Ort ermutigt dieses Buch ausdrücklich.

Beim Lesen des Buches bekommt man Lust, Anspielgottesdienste auszuprobieren. Der Werkstattcharakter, der vor allem durch das Kapitel Planung der Gottesdienste entsteht, vermittelt das Gefühl, dass ein Gottesdienst mit Anspiel ein offener (Planungs-)Prozess ist, in dem man sich mit seinen jeweiligen Themen und Anliegen einbringen kann. Auch losgelöst von den Anspielen geben die Predigtentwürfe Impulse für das eigene Predigtschreiben. Die Fürbitten und die immer wieder vorgeschlagenen Aktionen im Gottesdienst lassen sich auch für Gottesdienste ohne Anspiel verwenden. Was den theologischen Gehalt oder Tiefgang der Anspiele und Predigten anbetrifft, so sind die Anspiele eher auf Alltagssituationen ausgelegt, die die Predigten dann aufnehmen und in einen theologischen bzw. biblischen Rahmen setzen. Hierbei sollte man die Predigten nicht eins zu eins übernehmen, sondern sie noch einmal bewusst auch dem eigenen Predigtanliegen und den Voraussetzungen der Gottesdienstbesucher entsprechend bearbeiten und anpassen.

Julian Albrecht

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