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Bernhard Meuser (Hg), YOUCAT. Jugendkatechismus d. Kath. Kirche

Bernhard Meuser (Hg.), YOUCAT. Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch 2011, 303 S., 12,99 Euro

Sechs Jahre Vorgeschichte hat der YOUCAT, aus einer Wiener Graswurzelinitiative wurde ein kirchenamtlich anerkanntes Werk mit großer Reichweite, das versucht, die Aussagen des 1992 veröffentlichten Katechismus der Katholischen Kirche für Jugendliche versteh- und genießbar zu machen. In einem breiten Prozess wurden die Texte zusammen mit Jugendlichen erarbeitet und verbessert. Ebenso wie das große Vorbild ist dieser Katechismus viergeteilt in die Blöcke Glaubensbekenntnis, Sakramente, Gebote und Ethik, Gebet am Beispiel des Vater unsers. Insgesamt 527 Fragen, die manchmal etwas untergeschoben klingen, finden fett gedruckt eine eher offizielle Antwort; mager gedruckt liest man dann eine meist gelungene Veranschaulichung mit Vergleichen und Beispielen aus dem Alltag. Das Layout ist sehr gelungen, den Kerntext in der Mitte umgibt eine Wolke von Zeugen: Bibelverse, Zitate und kleine Lexikonartikel. Die Ästhetik richtet sich eher an ältere Jugendliche aus bildungsnahen Milieus. Was das Vorwort von Papst Benedikt sagt, stimmt: Der Katechismus redet der Jugend nicht nach dem Mund und versucht auch auf heikle Fragen klare, mit der katholischen Tradition übereinstimmende Antworten zu finden. So lautet etwa Frage 257: „Wertet es Frauen ab, dass nur Männer das Weihesakrament empfangen dürfen?“ Auch Th emen wie Homosexualität, konfessionelle Spaltung und der undemokratische Aufbau der katholischen Kirche werden nicht umgangen. Einige modern anmutende Fragestellungen wie artgerechte Tierhaltung wurden aufgegriff en, davon hätte ich mir allerdings mehr gewünscht. Um den YOUCAT herum ist inzwischen eine ganze Produktfamilie mit Bibel, Firmkurs, Jugendgebetbuch und Beichtspiegel gewachsen. Dass es der evangelischen Kirche bisher nicht gelungen ist, ein vergleichbar umfassendes und in allen Kirchen breit verankertes Werk auf den Weg zu bringen, ist ein Trauerspiel. Die Gründe liegen vermutlich in einer Mischung aus der angeblichen Unüberbietbarkeit der Katechismen Luthers und der immer noch stark nachwirkenden konfessionellen Kleinstaaterei des deutschsprachigen Protestantismus. Vom katholischen Vorbild lässt sich hier vieles lernen, allerdings gilt noch immer: Die besseren Antworten haben wir! Thomas Ebinger

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