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Hans-Ulrich Keßler / Burkhardt Nolte: Konfis auf Gottsuche

Hans-Ulrich Keßler / Burkhardt Nolte: Konfis auf Gottsuche. Praxismodelle für eine handlungsorientierte Konfirmandenarbeit, 2. Auflage Gütersloh 2009.

Das derzeit sicherlich beste Modell von Konfirmandenarbeit ist 2009 in einer überarbeiteten (Theorieteil) und erweiterten (Kapitel zu "Orten der Gottesbegegnung" und Konfi-Camp) Neuausgabe erschienen.

Die beiden Verfasser nennen einen ihrer Gottesdienste "simple, fresh, relevant" - und diese Worte können inhaltlich und stilistisch auch als Beschreibung des ganzen Modells dienen:

simple - weil "Konfis auf Gottsuche" die KA von vielen komplizierten Gedanken entlastet und einen "einfachen" (weil klaren) Ausgangspunkt einnimmt: Es geht im Konfi nicht darum, den Konfis Wissen zu vermitteln, sondern sie in die "Muttersprache des Vertrauens" einzuführen und sie zu befähigen, in dieser Muttersprache zu sprechen (schlichtere Gemüter wie ich würden sagen: ihren eigenen Glauben auszudrücken). Das geht, weil Konfis und Unterrichtende gleichermaßen von Gott berührt und angesprochen sind (deshalb kann es im Konfi gelingen, religiöse Praxis und Gemeinschaft zu (er)leben).

fresh - weil das Buch erfrischend geschrieben und von frischen Ideen voll ist (brilliant: Gottesbilder im Fliesen-Schiebe-Spiel: Kap. III.2.)

relevant - weil die konkreten Entwürfe nach dem Muster "Produkt - Botschaft - Öffentlichkeit" aufgebaut sind: Es geht ums "Machen", und das ist nicht vordergründig, sondern wichtig: Die Konfis stellen etwas her (und nehmen damit Stellung zu einem Thema und verleihen ihren Vorstellungen Ausdruck), was den Unterrichtsprozess strukturiert (und den im Konfi oft unterstrapazierten Werksinn anspricht). Das Hergestellte beinhaltet die Auseinandersetzung mit der christlichen Botschaft (die Konfis stellen ja nicht irgendetwas her, sondern z.B. eine Jenseitskiste mit bestimmten zur Verfügung gestellten Gegenständen oder ein Jesus-Brett mit Dingen, die sich auf Jesus beziehen). Und: Das Produkt eignet sich zur Darstellung der Botschaft (Christentum + Konfi) in der Öffentlichkeit (Ausstellung, Gottesdienst, ...). Für die Jugendlichen ist relevant, was sie (durchaus auch aus der vorgegebenen "Tradition") gemacht haben - und die Öffentlichkeit erkennt diese Relevanz (an).

Im Gegensatz zum Holk-Projekt ist "Konfis auf Gottsuche" auch dafür geeignet, einzelne Einheiten herauszunehmen und im eigenen Konfi zu probieren. Oft wird am exemplarischen Vollzug einer Einheit sichtbar, was die Autoren meinen und wie sie denken. Ich empfehle für einen solchen Versuch die Jenseits-Kiste (Kapitel III.5).

Stefan Kammerer

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