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Mika Sinn, Carolin Widmaier, Sketchboard

Mika Sinn, Carolin Widmaier, Sketchboard – Malend erzählen. Eine kreative Form der Verkündigung für Kinder. Grundlagen, Praxis und Geschichten zum Tafelzeichnen, buch+musik, Stuttgart 2015, 176 S., 19,95 Euro

Dieses Buch bietet genau, was der Titel verspricht: Grundlagen, Praxis und Geschichten zum Tafelzeichnen.

Tafelzeichnen meint nicht das typische Tafelbild in der Schule, sondern Verkündigung unterstützt durch ein dabei entstehendes Plakat, das während des Erzählgangs fertig gestaltet wird. Die Autoren gehen zunächst auf das benötigte Material ein: Papier, Pinsel, Farbe, Staffelei und Tafel, auf der die Papierbahn befestigt wird. 

Danach folgen die Grundlagen: Es wird die verwendete Schrift eingeführt, bei der die Buchstaben als Kästchen vorgezeichnet und mit wenigen Pinselschwüngen während des Erzählens vollendet werden können. Es werden verschiedene Elemente vorgeführt, die das Tafelbild füllen: Wie zeichne ich Figuren/Menschenmengen/Gegenstände/Emotionen so vor, dass nicht erkennbar ist, was daraus wird, sie aber mit wenig Aufwand (und wenig künstlerischem Geschick) fertiggestellt werden können? Hierfür gibt es, wie auch für die Schrift, praktische Übungen.

Weiterhin geht es dann um die Gestaltung des Gesamtbilds: Wie stehen Elemente und Schrift zueinander? Wie viel Schrift braucht mein Plakat? Wie komme ich von der Idee für das fertige Tafelbild zu dem Startbild, das ich dann fertig zeichne, und zwar ohne dass das Startbild schon zu viel verrät?

Anschließend wird es praktisch. Die Autoren erläutern, wie das Tafelbild zur Gedankenstütze beim Erzählen und Verkündigen wird und wie man ganz konkret malend erzählt, bevor sie 11 Beispielgeschichten mit Startbild, Storybook (Erzählplan, nach dem das Bild vervollständigt wird) und fertigem Schlussbild vorstellen, die gut einfach übernommen werden können.

Für die, die nach einem einfachen Tafelbild aus Farbe und Pinsel noch weitere Schritte gehen wollen, gibt es dann unter „Pimp my Tafelbild“ noch weitere Effekte, die sich in solch ein Plakat einbauen lassen.

Alles in allem ist dies eine Erzähltechnik, die sich gut für Kindergruppen eignet, indem sie das, was die Kinder hören, visuell unterstützt. Sie bedarf aber auch intensiver Vorbereitung, da neben dem Erzählverlauf ja auch noch Start- und Zielplakat entworfen werden müssen. Trotzdem lohnt sich meiner Meinung nach der Aufwand. Die Technik hilft dem Erzählenden, seine Erzählung so vorzubereiten, dass das entstehende Plakat quasi der „Spickzettel“ wird, an dem man sich entlanghangelt – denn wenn man Farbe in der einen und Pinsel in der anderen Hand hat, kann man nicht mehr an der vorgefertigten Erzählung kleben, sondern kommt in Interaktion mit den Zuhörern. Und sie hilft Kindern, der Erzählung Schritt für Schritt zu folgen, da sich auf dem Plakat immer wieder etwas tut, sie baut Spannung auf, Rätsel und den Wunsch, zu wissen, was dieses geheimnisvolle unfertige Zeug auf dem weißen Papier denn werden soll. Und auch bei Jugendlichen oder Erwachsenen lässt sich diese Erzähltechnik sicher gewinnbringend einsetzen.

Laura Breuninger

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