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Rainer Oberthür, Das Buch vom Anfang von allem.

Rainer Oberthür, Das Buch vom Anfang von allem: Bibel, Naturwissenschaft und das Geheimnis unseres Universums, Kösel, 2015, München, 104 S.,17,99 Euro

Rainer Oberthür erzählt die Geschichte vom Anfang und Ursprung der Welt auf 85 reich bebilderten Seiten auf zweierlei Weise. Die Geschichte vom Anfang, vom Urknall bis zur Entstehung allen Lebens, auf der oberen Hälfte des Buches, in blauer Schrift. R D v N d U K 1 Und die Geschichte vom Ursprung, die biblische Schöpfungsgeschichte, in rotbrauner Schrift auf der unteren Hälfte des Buches. Beide Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden. Zwei Geschichten „über den einen Anfang“. Oder sie werden gleichzeitig gelesen, einmal oben, einmal unten. Zwei Linien deuten an, dass sich die Geschichten überschneiden und ergänzen. Es geht um „Tatsachen, die geheimnisvoll sind“ und das „Geheimnis hinter den Tatsachen“. Beide Geschichten lassen erkennen: Alles, was wir sehen, können wir doppelt anschauen und begreifen. Naturwissenschaft und der Glaube an Gott schließen sich nicht aus. Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren. Es eignet sich auch für interessierte ältere Jugendliche und Erwachsene, die dort noch viele Entdeckungen machen werden. Faszinierende Fotos und mittelalterliche Kunst runden die Texte ab und ergänzen sie. Auf S. 103 gibt es Literaturhinweise – Leseempfehlungen, die vor allem für erwachsene Leser/innen interessant sind. Rainer Oberthür beginnt sein Buch mit dem Geheimnis, das er einmal „Gott“ und einmal „Nichts“ nennt. Danach erzählt er die Geschichte vom „Anfang von allem“ mit den Schritten der sieben Schöpfungstage, (Zitate aus Gen 1, 1-31). Die naturwissenschaftlichen Erklärungen sind auf diesen Seiten meistens umfassender als die theologischen. In seiner Theologie steht das Staunen über Gottes Schöpfung im Vordergrund. Dies erkennt man auf den beiden Hälften seines Buches, oben und unten: Immer ist es ein Wunder, dass die Welt so ist, wie sie geworden ist. Egal, wer oder was Ursache oder Ursprung ist. Auch seine Sprache, die Bilder und Vergleiche, die er verwendet, sind anschaulich und gut verständlich. Die naturwissenschaftlichen Erklärungen werden in aller Vorläufigkeit beschrieben – neue Entdeckungen stellen auch unser aktuelles Wissen in Frage. Der erste Teil des Buches beschreibt den Ursprung der Welt. Der zweite Teil ist dem Menschen gewidmet. Der Mensch hat Fantasie und Liebe, entdeckt aber auch den Krieg. Er fragt nach seinem Platz. Die wissenschaftlichen Erläuterungen werden kürzer, die theologischen Inhalte länger. Für Rainer Oberthür gehören Naturwissenschaft und Gottes Schöpfung zusammen, es sind zwei Erklärungen für einen Anfang. Zwei Geschichten, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf das eine Wunder schauen. Dabei lässt er auch Schwierigkeiten und Probleme nicht aus, Unglück und Leid, den Umgang der Menschen mit der Welt. Das Buch besticht durch die Idee der doppelten Erzählweise. Die Sprache ist wunderschön, lyrisch und doch einfach und klar. Auch die Optik – die vielen Bilder, unterschiedliche Schriftarten- und größen, macht dieses Buch zu einem Lesevergnügen. Das Loblied, das Rainer Oberthür auf Gott und seine Schöpfung singt, ist gelungen und faszinierend.

Ute Mickel

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