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Schweitzer u.a., Jugendliche nach der Konfirmation

Friedrich Schweitzer, Georg Hardecker, Christoph H. Maaß, Wolfgang Ilg, Katja Lißmann in Verbindung mit Peter Schreiner und Birgit Sendler-Koschel, Jugendliche nach der Konfirmation. Glaube, Kirche und eigenes Engagement – eine Längsschnittstudie (Konfirmation erforschen und gestalten Bd. 8), Gütersloher Verlag, Gütersloh 2016, 372 S., 49,99 Euro

Bekannte Namen, bekannte Themen, aber einer neuer Blickwinkel. Auch in Band 8 der wissenschaftlichen Reihe zur Konfirmandenarbeit wird nach Aussagen von Jugendlichen und ihrem Verhältnis zur (eigenen) Konfirmation geschaut. Das Neue ist, dass die Untersuchung zwei Jahre nach der Konfirmation stattfand. Damit handelt es sich zum ersten Mal um eine Längsschnittstudie, die auch das Thema Nachhaltigkeit in den Blick nimmt.

Nach den ersten beiden Fragezeitpunkten zu Beginn und Ende der Konfirmandenarbeit wurden bei dieser Studie die Jugendlichen nach zwei Jahren auf freiwilliger Basis erneut befragt. Zum einen kamen die Aussagen des ersten Befragungszeitraums wieder in den Blick, um so eine Entwicklung zu zeigen. Zum anderen wurde diese quantitative Studie durch einen qualitativen Teil ergänzt, bei dem Teamer aus allen Landeskirchen in Gruppeninterviews Auskunft über ihre Motivation, ihre Erfahrungen in der Konfi-Arbeit und ihren Weg ins ehrenamtliche Engagement geben. Da es sich bei beiden Gruppen wohl eher um kirchenaffine Jugendliche handelt, ist diese Studie nicht in dem Sinne repräsentativ, wie es die vorausgehenden Veröffentlichungen waren. Dennoch bietet sie einen sehr guten (neuen) Blick auf die Jugendlichen und ihre Einstellungen zur Konfirmation.

Was die Ergebnisse angeht, ist wenig verwunderlich, dass die Zustimmungswerte mit einigen Ausnahmen abnehmen (z. B. bei der Frage nach einen Leben nach dem Tod). Dass die Studie im Unterschied zu den vorausgehenden Untersuchungen aber auch die Individualebene in den Blick nimmt, ist spannend. Denn für einzelne Jugendliche kann eben auch genau der gegenteilige Trend einer verstärkten Zustimmung festgestellt werden.

Für das ehrenamtliche Engagement samt Motivation zur Mitarbeit werden Faktoren bestimmt, die dies wahrscheinlich(er) machen. Dazu gehören neben der eigenen religiösen Sozialisation u. a. auch die Bekanntschaft mit anderen Ehrenamtlichen, die Zufriedenheit mit der eigenen Konfizeit oder das Gefühl des Willkommensein in der Kirchengemeinde.

Der zweite Teil des Bandes bezieht sich auf die Gruppeninterviews mit den Teamern zu den oben angesprochenen Themen hinsichtlich der eigenen Mitarbeit. Ansprechend sind hier bereits die Überschriften, die jeweils mit einem O-Ton-Zitat der Jugendlichen versehen sind. So wird allen, die irgendwann einmal etwas mit Jugendlichen in diesem Alter zu tun hatten, sofort plastisch vor Augen geführt, in welche Richtung die Ergebnisse gehen.

Was dies alles für die möglichen Handlungsoptionen der Kirche(n) bedeutet, behandelt der dritte Teil. Abgerundet wird der Band im vierten und fünften Teil durch eine Zusammenfassung der bisherigen Studien 2006 – 2016 sowie Ergebnisse der internationalen Längsschnittstudie zur Konfirmandenarbeit.

Insgesamt ist wieder ein sehr lesenswertes Buch zur Konfirmandenarbeit entstanden, dieses Mal mit Blick auf die Nachhaltigkeit. Alle, die sich wissenschaftlich und etwas tiefer gehend mit diesen Fragen auseinandersetzen möchten, kommen daran nicht vorbei.

Die Kritik setzt an der bereits erwähnten Stelle an, dass es sich primär um kirchenaffine Jugendliche handelt. Dies ist allerdings durch die Anlage der Studie mit bedingt, dem Forscherteam selbst bewusst und darüber hinaus wohl kaum vermeidbar.

Wer sich die Mühe macht, sich durch Zahlen und O-Töne von Jugendlichen zu lesen, wird mit wichtigen Ergebnissen zur Nachhaltigkeit von Konfirmandenarbeit und zur Frage nach Teamern in der Konfirmandenarbeit belohnt.

Christina Krause

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