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S. Jasch, K. Schnürle, S. Waldmann-Brun: Die Kinder-Festtags-Bibel

Susanne Jasch / Kristina Schnürle / Sabine Waldmann-Brun: Die Kinder-Festtags-Bibel. Mit der Bibel durch das Kirchenjahr. Deutsche Bibelgesellschaft 2014. 143 Seiten, 12,99 Euro 

Was im Titel „Kinder-Festtags-Bibel“ heißt, stellt sich beim genaueren Betrachten als das heraus, worauf im Untertitel verwiesen wird: „Mit der Bibel durch das Kirchenjahr.“ Denn die (nicht immer biblischen) Geschichten und Legenden sind nicht nach der Reihenfolge der biblischen Bücher angeordnet, sondern nach dem Ablauf des Kirchenjahres. Ergänzt wird dies auch durch ein separates Poster zum Jahreskreis im Einband.

Der Aufbau zu den einzelnen Festtags-Beschreibungen ist immer gleich: Geschichte mit farbenfrohen Bildern – Erklärungen zum Fest – Psalmwort oder anderer Bibelvers. Was dabei irritiert, ist die Tatsache, dass es eben nicht immer biblische Geschichten sind, die in kindgerechter Sprache erzählt werden. Wie sollte das auch möglich sein, da sich neben den klassischen Erzählungen zu Jesu Leben eben auch welche zur Heiligen Barbara, zum Nikolaus oder St. Martin finden. Zwar sind immer Bibelverse in die Erzählungen eingefügt (die in einer Übersicht am Ende auch angegeben werden), da sie im Text selbst jedoch nicht als solche kenntlich gemacht werden, sind sie für die Lesenden z.T. nur schwer als solche erkennbar.

Vor allem Kinder im Grundschulalter, gerade aber auch Konfi-3-Kinder (die zwar nicht explizit als Zielgruppe genannt werden, die aber bestimmt im Blick sind beim Autorinnenteam, das bis vor kurzem im ptz für diese Zielgruppe zuständig war) werden den Unterschied von biblischen Geschichten und Legenden aus der Tradition nicht erkennen. Auch bei den interessierten Familien, die das Kirchenjahr und seine Feste und Bräuche bewusst gestalten wollen und explizit als Zielgruppe genannt werden, kann dieses Vorwissen nicht unbedingt vorausgesetzt werden. Hier wäre eine deutlichere Kenntlichmachung und ein Verweis auf die jeweilige Textstelle bereits bei den einzelnen Abschnitten hilfreich gewesen. Auffällig ist die Häufung von explizit katholischen Bräuchen – entweder aus der Not heraus, dass es von evangelischer Seite aus nicht so viele gibt, oder bewusst eingesetzt mit dem Wissen, dass viele Kinder in gemischt konfessionellen Familien aufwachsen und dieses Buch so von der ganzen Familie gelesen werden kann.

Verwendet man das Buch im Bewusstsein, dass es eben keine Bibel ist, sondern ein Kirchenjahresbuch mit biblischen und anderen Texten, dann macht es neugierig, das Kirchenjahr auf diese Weise zu gestalten und „nachzuerlesen“. Grundkenntnis zentraler biblischer Texte, aufbereitet in kindgerechter, erzählender Sprache, sind damit auf jeden Fall gegeben.  

Christina Krause

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