Kristina Schnürle – anKnüpfen | Zeitschrift für Konfirmandenarbeit https://anknuepfen.de Zeitschrift für Konfi-Arbeit, Material und Ideen Mon, 09 Oct 2023 09:29:01 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.1 https://anknuepfen.de/wp-content/uploads/2021/11/favicon-transparend_rund-1.png Kristina Schnürle – anKnüpfen | Zeitschrift für Konfirmandenarbeit https://anknuepfen.de 32 32 „Ich, die Welt und der da oben!“ und „Große Worte, krasse Story.“ https://anknuepfen.de/jesus-comic-2-2/ https://anknuepfen.de/jesus-comic-2-2/#respond Mon, 09 Oct 2023 09:29:00 +0000 https://anknuepfen.de/?p=5258 Dirk Schwarzenbolz hat innerhalb von zwei Jahren gleich zwei Andachtsbücher für die Arbeit mit Jugendlichen im Neukirchener Verlag herausgebracht: 2022 erschien der Titel „Ich, die Welt und der da oben! Freche Ansagen, frische Fragen, fromme Gebete“ und im Jahr darauf „Große Worte, krasse Story. Mit Jugendlichen durch die Bibel“. Dirk Schwarzenbolz, Jahrgang 1975, ist Deutsch- und Religionslehrer, aber auch Vertrauenslehrer aus Blaubeuren. Auf seiner Homepage wird er vorgestellt als „ein sympathischer und handfester Typ mit vielen Interessen, tausend Ideen und auch ein paar Flausen im Kopf. Bodenhaftung verleihen ihm seine Familie und seine fröhlich-christliche Grundeinstellung“.

Durch ungewöhnliche oder provokative Fragen sollen die Jugendlichen in beiden Bänden angesprochen und zum Mitdenken angespornt werden: Würde Gott Mercedes Fahren? Oder: Warum ist der Apple-Apfel angebissen?

Der erste Band „Ich, die Welt und der da oben“ richtet sich an Mitarbeitende in der Jugendarbeit, die für ihre Gruppe Impulse für eine Andacht suchen. Dazu gibt es Ansagen und einen interessanten Einstieg ins jeweilige Thema, ergänzt durch Moderationshinweise für die Leitenden. Mit Impulsfragen soll ein möglichst offenes Gespräch initiiert werden. Immer wieder werden die Jugendlichen ermuntert, von sich selbst zu reden, weil sich nur so gewinnbringende Gespräche entwickeln. Den Abschluss bildet stets ein Gebet, manchmal ein Buch-, Musik- oder Filmtipp. Zu den Themen, die angesprochen werden, gehören Medien, Freunde, Sorgen, Eltern, Zweifel, Prüfungsstress – also Themen, die in die Lebenswelt der Jugendlichen gehören. Aber auch die großen christlichen Feste wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten werden in je einem Impuls aufgegriffen.

Die Impulse und Fragen zu den jeweiligen Geschichten sind m. E. auf Jugendgruppen abgestimmt, die schon Erfahrungen mit der Bibel und christlichem Leben haben: „Fallen dir Beispiele aus der Bibel ein, in denen Menschen verzweifelt waren? Was hat diesen Menschen geholfen, mit ihrer Verzweiflung fertigzuwerden?“ Für manche Konfi-Gruppen mag das passen, andere könnten damit überfordert sein.

Einen anderen Ansatz verfolgt Dirk Schwarzenbolz in seinem zweiten Andachtsbuch „Große Worte, krasse Story“. Diese Andachten orientieren sich an biblischen Geschichten, 9 Geschichten aus dem Alten, 13 Geschichten aus dem Neuen Testament. Auch hier wird jede Geschichte mit einer ungewöhnlichen Frage, Aussage oder Szene aus dem Alltag eingeleitet, z. B. „Das erste richtige Date ist schon etwas ganz Besonderes.“(Worte, S. 59). Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, der aufs nächste Kapitel neugierig machen soll.

Entgegen der verbreiteten Meinung, die Bibel schrecke ab, ihre Sprache sei alt und die Geschichten seien schwer verständlich sagt Schwarzenbolz: „… manche Dinge an der Bibel sind gar nicht so schwer zu verstehen. Man muss nur die richtigen Stellen finden und die passenden Erklärungen dazu. Dann macht das alte Buch auf einmal viel mehr Sinn. Auch und gerade für Jugendliche!“

Die Bibeltexte zitiert der Autor nach verschiedenen Übersetzungen. Neben „Hoffnung für alle“ werden sie auch häufig der Schlachter Bibel oder der Neuen Genfer Übersetzung entnommen, die für Jugendliche womöglich schwerer zu verstehen sind.

Um der Welt der Jugendlichen näherzukommen, verwendet Schwarzenbolz in beiden Büchern zahlreiche Wörter und Redewendungen aus dem Jargon von Jugendlichen:
Mit Himmelfahrt hat Jesus die Jünger allein gelassen. „Übrig geblieben ist eigentlich nur sein Versprechen. Sein Versprechen, dass er den Jüngern den Heiligen Geist schicken würde – als eine Art ‚Ersatz‘ dafür, dass er selber nicht mehr bei ihnen sei. Als dieser ‚Ersatz‘ dann tatsächlich zu den Jüngern gekommen ist, waren alle mega-mäßig geflasht.“ (Worte, S. 132)

An anderer Stelle schreibt der Autor, dass Jesus viele „Hater“ hatte, oder er hebt Aussagen mit Smileys hervor.

Vielleicht spricht das Jugendliche an, ebenso wie das Gedankenexperiment, Ps 23 mit „Gott ist mein Busfahrer“ durchzuspielen. Doch wenn die Bekanntheit Jesu bis heute ein Beweis dafür sein soll, dass die Wunder tatsächlich so geschehen sind, ist zu fragen, ob dies für junge kritische Menschen ein überzeugendes Argument sein kann.

Als Bespiel sei auch folgende Textpassage genannt:
„Jesus hat es nicht nur geschafft, in der damaligen Umgebung zu einer echten Berühmtheit zu werden. Er hat es sogar hinbekommen, dass er auch 2000 Jahre nach seinem Tod zu den bekanntesten Menschen der Geschichte zählt.
Er MUSS ganz einfach krasser gewesen sein als alle anderen! Er MUSS unglaubliche Dinge getan haben! So wie in der Geschichte, als er mal eben quasi nebenbei beweist, dass selbst der Wind und die Wellen ihm gehorchen. Sonst hätte er es nicht geschafft, so bekannt zu werden – und zu bleiben!“( Worte, S. 99)

Auch erscheint der Erklärungsversuch, die Trinität als „drei Ausführungen“ Gottes zu verstehen, nicht unbedingt elementarisierend, sondern nur stark vereinfachend: Gott würde Daimler lieben, da der Stern drei Zacken hat, die für Land, Wasser, Luft stehen. Deshalb passt er „doch ganz gut zu unserem Gott: ein Gott in drei Ausführungen.“ (Ich, S. 145)

Möglicherweise sind die beiden Bücher für Jugendliche, die ihre eigenen Andachten gestalten, eine gute, abwechslungsreiche, sicherlich auch überraschende Anregung. In der Konfi-Arbeit kommt es darauf an, ob die Person, die eine Andacht oder Ideen daraus verwendet, sich damit identifizieren kann.


Dirk Schwarzenbolz: Ich, die Welt und der da oben. Freche Ansagen, frische Fragen, fromme Gebete – Andachten und Impulse für die Jugendarbeit, Neukirchener Verlag, Neukirchen 2022, 160 Seiten, 18,00 EUR

Dirk Schwarzenbolz: Große Worte, krasse Story. Mit Jugendlichen durch die Bibel – Freche Andachten, frische Impulse, Neukirchener Verlag, Neukirchen 2023, 160 Seiten, 18,00 EUR

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Entführung im Stall – Ein Krimispiel für Gruppen https://anknuepfen.de/entfuehrung-im-stall-krimispiel-gruppen/ https://anknuepfen.de/entfuehrung-im-stall-krimispiel-gruppen/#respond Thu, 15 Dec 2022 10:46:48 +0000 https://anknuepfen.de/?p=4336

Ob es der römischen Besatzungsmacht in Bethlehem wohl entgangen ist, dass da in einem Stall am Stadtrand die verschiedensten Menschen sich getroffen haben? Oder haben sie die Versammlung gleich zu Beginn aufgelöst?

Das ist die Ausgangs-Story für das Krimirätsel von Jürgen Braun. Braun ist seit 2014 als Jugendreferent tätig und liebt Spiele. In Coronazeiten, als klar war, dass es keine Weihnachtsgottesdienste geben würde, entwickelte er dieses Krimispiel, um dennoch mit anderen Menschen über die Weihnachtsgeschichte ins Gespräch zu kommen. Es ist sowohl online über eine Videokonferenz als auch live in einer Gruppe umsetzbar.

Es ist eine Nacht wie keine andere. Völlig unterschiedliche Menschen treffen in einem Stall in Bethlehem aufeinander. Als Soldaten die Versammlung auflösen, kommt es zu tumultartigen Szenen und das Jesusbaby verschwindet spurlos. Eine der anwesenden Personen muss es entführt haben! Die Soldaten nehmen alle mit auf die Wache zum Verhör.

Die Spielerinnen und Spieler bekommen jeweils eine Rollenkarte, schlüpfen in ihre Rolle (auch mit Kostüm möglich), sitzen alle als Tatverdächtige zusammen, fragen sich gegenseitig aus, bringen Hinweise ein und ermitteln, wer die Tat warum begangen hat.
In vier Runden werden nach und nach die Hinweise zusammengetragen. Am Ende geben alle einen Tipp ab, wer der/die Täter*in sein könnte. Der Soldat liest dann die Auflösung vor.

An dem Spiel können 9–10 Personen teilnehmen. Es sind leider nur männliche Rollen, von Maria abgesehen – aber das ist der Geschichte und der damaligen Zeit geschuldet. Das Alter ist ab 14 Jahren angegeben. Dazu muss man bedenken: Die Mitspielenden sollten über eine gute Lesefähigkeit verfügen und das, was sie gelesen haben, auch gut zusammenfassen und wiedergeben können. Deshalb ist das Spiel für Konfirmandengruppen nur bedingt zu empfehlen.
Positiv sind der überschaubare Spielrahmen und die lineare Erzählung ohne unnötige Verwicklungen. Die Kenntnis der Weihnachtsgeschichte ist nicht voraussetzt. So kann das Spiel in 1,5 bis 2 Stunden gespielt werden. Da es als Krimidinner angelegt ist, findet man im Downloadbereich Rezepte für ein Drei-Gänge-Menü.


Im Anschluss an das Spiel gibt es einen kurzen Impuls zur Weihnachtsgeschichte, der die Motive der Spieler aufnimmt.

Das Spiel ist nicht nur für die Jugendarbeit, sondern auch für weihnachtliche Treffen im Familien- und Freundeskreis geeignet.


Jürgen Braun: Entführung im Stall – Für ein Stück Himmel auf Erden. Ein Krimispiel für Gruppen, buch+musik, Stuttgart 2022, 17,00 Euro


10 Rollen-Karten, 23 Hinweis-Karten, Begleitheft mit 16 Seiten, Stülpdeckelbox.

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Kinderbibel. Die beste Geschichte aller Zeiten https://anknuepfen.de/langenhorst-kinderbibel/ https://anknuepfen.de/langenhorst-kinderbibel/#respond Mon, 12 Dec 2022 10:49:00 +0000 https://anknuepfen.de/?p=4261

Georg Langenhorst ist Professor für Religionspädagogik in Augsburg. Seine Übertragung des Bibeltextes orientiert sich sprachlich an der Poesie der hebräischen oder griechischen Sprache – auch darin nicht kindgemäß, dafür umso schöner zu lesen. Bei der Schöpfungsgeschichte z. B. wird die Einheit von Gottes Wort und Tat nachempfunden: „… wandte sich Gottes Blick nach oben. Er sagte ‚Sonne, Mond, Sterne!‘ Und schon funkelte der Himmel.“

Zunächst fallen die meist ganzseitigen Bilder, von Tobias Krejtschi gestaltet, ins Auge. Krejtschi gehört als freischaffender Illustrator und Autor zu den wichtigsten zeitgenössischen Bilderbuchkünstlern. Seine Bücher sind in mehreren Sprachen erschienen und wurden mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert. Die Bilder in der Kinderbibel sind klar und mit wenig Farbe strukturiert, vor allen schwarz-blau-weiß. Doch häufig findet sich in der Darstellung ein rotes Element, das den Blick auf sich zieht. Noch mehr fallen aber Gegenstände oder Umstände auf, die aus der biblischen Zeit fallen, z. B. bei Sara ein Ultraschall, der ihre Schwangerschaft zeigt, oder der 12-jährige Jesus mit Kopfhörer und Skateboard im Tempel oder Jona, der mit dem Rollkoffer aus dem Wal marschiert. Durch diese Verfremdung regen die Bilder an, über den Sinn und die Bedeutung der Geschichten ins Gespräch zu kommen. Es wird angedeutet, dass es sich nicht einfach nur um „historische“ Berichte handelt.

In dem großen Format (DIN A4) bei einem Umfang von rund 200 Seiten finden viele Erzählungen dieser besten Geschichte aller Zeiten Platz, 47 aus dem Alten und 52 aus dem Neuen Testament, dazu poetische Texte. Langenhorst scheut auch nicht vor „schwierigen“ Geschichten wir der Opferung Isaaks zurück. Doch er gibt den Lesenden Verstehenshilfen an die Hand. Immer wieder sind Abschnitte eingefügt, in welchen in Comicform Maria Magdalena als erste Auferstehungszeugin und der „zweifelnde“ Jünger Thomas sich über Hintergründe und Auslegung der Geschichten unterhalten. So gibt Thomas z. B. bei der Opferung Isaaks als Kommentar: „Eine rätselhafte Geschichte … Aber sie gehört zu unseren Erzählungen.“

Leider beschränkt Langenhorst sich nicht nur auf die von Maria und Thomas vorgebrachten Kommentare, sondern trägt auch seine Interpretation in die Erzählung hinein, z. B. wenn er bei Kains Opfer, das „Gott nicht ansieht“ (Gen 4,5), versucht zu deuten: Kains Opferfeuer habe sich geneigt. Bei den Erzählungen sowie im Inhaltsverzeichnis fehlen die Angaben der Bibelstellen, was gerade für die Lesenden im Jugend- und Erwachsenenalter hilfreich wäre.

Aber diese Bibel für „Nicht-mehr-Kinder“ ist sprachlich und theologisch für Jugendliche und Erwachsene eine Freude und Anregung. Sie bietet sicher auch für den Konfirmandenunterricht manche Diskussionsgrundlage.


Georg Langenhorst (Autor), Tobias Krejtschi (Illustr.), Kinderbibel. Die beste Geschichte aller Zeiten.

Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2019, 208 Seiten, 34,00 Euro.

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Mein KinderKirchenBuch https://anknuepfen.de/mein-kinderkirchenbuch/ https://anknuepfen.de/mein-kinderkirchenbuch/#respond Mon, 05 Dec 2022 10:42:49 +0000 https://anknuepfen.de/?p=4255 An den Erzählweisen ist festzustellen, dass unterschiedliche Erzähler*innen die vorliegenden Geschichten geschrieben haben. Das ist interessant und bereichert die Sammlung. Ein Mehrwert des Buches liegt darin, dass die Geschichten auch mittels QR-Code angehört werden können.

Mein KinderKirchenBuch lädt zum gemeinsamen Entdecken des christlichen Glaubens ein. Es gibt Tipps, wie Advent, Ostern oder Gute-Nacht-Rituale gestaltet werden können. Damit hat es natürlich in erster Linie Familien im Blick. Als Identifikationsfigur dient Lina, die vier Jahre alt ist. In dieser Altersklasse – größere Kindergartenkinder – sind auch die Adressaten dieses Buches zuerst zu suchen.

Die Illustrationen von Marie Braner, einer freischaffender Kinderbuchillustratorin und Autorin aus Nordhessen, sind ansprechend, veranschaulichen das in den Geschichten Erzählte. Die Menschen, die darin dargestellt werden, bilden die Vielfalt unserer Gesellschaft ab: Menschen unterschiedlicher Hautfarben, Geflüchtete, Kinder, Erwachsene, alte Menschen, Menschen mit Behinderungen.

„Mein KinderKirchenBuch“ eignet sich sehr gut als Geschenk zum Tauftag (bei Vier-, Fünfjährigen), und kann Familien dabei unterstützen, den Glauben, das Kirchenjahr und große Fragen der Kinder in der Familie aufzunehmen. Und manche Anregungen davon lassen sich sicherlich auch in Konfi 3 oder Kindergottesdienst umsetzen, z. B. der eine oder andere Erzählvorschlag oder die Gestaltung einer Osterkrippe.


Katrin Rouwen (Hg.), Mein KinderKirchenBuch. Kinder entdecken ihren Glauben, mit Illustrationen von Marie Braner.

Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2022, 96 Seiten, 10,00 Euro

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Wir feiern uns durchs Jahr – Als Familie das Kirchenjahr entdecken https://anknuepfen.de/wir-feiern-uns-durchs-jahr-2/ https://anknuepfen.de/wir-feiern-uns-durchs-jahr-2/#respond Mon, 10 Oct 2022 09:44:09 +0000 https://anknuepfen.de/?p=4015 „Im Alten Testament wurden Gottes Versprechen, seine Geschichten und Gebote innerhalb der Familie weitergegeben. Von einer Generation an die nächste. Glaube wurde nicht in Gruppenstunden unterrichtet, sondern war mit dem Alltag verwoben. Die Keimzelle, das Herzstück der religiösen Erziehung, war die Familie. Und im Mittelpunkt befand sich ein großer Esstisch.“ (S. 24)

Davon ausgehend entwirft Anne Gorges ihr Konzept, wie das Kirchenjahr in der Familie wiederentdeckt und gefeiert werden kann. Sie kommt von ihrer persönlichen Erfahrung als Mutter dreier kleiner Kinder her, wo so häufig Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Deshalb sucht sie eine einfache Form, die sich leicht und ohne großen Aufwand umsetzen lässt – und die geeignet ist, sich zu einer Tradition innerhalb der Familie zu entwickeln. So sollen im Wiederkehren und Feiern der kirchlichen Feste im Jahreskreis Kinder und Erwachsene, Kleinfamilie sowie Verwandte und Nachbarn dem Geheimnis des christlichen Botschaft näher kommen.

Anne Gorges, Jahrgang 1988, hat in Bad Liebenzell Gemeindepädagogik und „Culture and Theology“ studiert. Die Aktionen hat sie mit ihrer Familie ausprobiert und lässt die Lesenden daran teilhaben – auch an frustrierenden Erfahrungen.

In einem ersten Teil thematisiert Gorges, warum Feiern grundlegend zum Leben und Glauben dazugehören. Im zweiten, umfangreicheren Teil geht sie am Kirchenjahr entlang, von Advent bis Ewigkeitssonntag. Sie orientiert sich am evangelischen Kirchenjahr, lässt aber auch die Feste, die in Kindergarten und Schule aufgenommen werden wie Nikolaus und St. Martin, nicht aus. In jedem Abschnitt wird zunächst erklärt, worum es bei diesem Fest geht, Bräuche und Traditionen werden benannt. Dann folgen konkrete Anregungen, was am jeweiligen Fest aus der „Festtagskiste“ zu holen und aufzubauen ist. Mit einem weiteren Abschnitt zum Nach- und Weiterdenken werden die Erwachsenen und gegebenenfalls auch größere Kinder angeregt, sich mit ihrem eigenen Glauben und Vorstellungen auseinanderzusetzen.

Es ist ein Buch für die Familie; die Vorschläge bauen auf einem gleichbleibenden Ritual auf – auf einer Festtagskiste und einem gestalteten Tisch – und leben von der Wiederholung. Denkbar wäre auch, diese Kiste im Religionsunterricht an der Grundschule, im Kindergarten oder im Kindergottesdienst einzusetzen. Für unregelmäßige Gruppen, auch für Konfi 3, der sich über keine so lange Zeit erstreckt, sind die Anregungen weniger geeignet. Doch als Geschenk zur Taufe/Tauferinnerung an Familien ist dieses Buch eine Schatztruhe voller guter Anregungen, sehr ermutigend, nicht überfordernd.

Denn, so ist Gorges überzeugt, der Glaube muss gefeiert werden, mit allen guten und schweren Erfahrungen. So schreibt sie zu Ostern:

„Egal ob Osternacht oder Osterfrühstück, Osterfeuer oder Eiersuchen, mit alten oder mit neuen Liedern, beim Sitzen oder Tanzen, das ist der Tag zum Feiern! Wir sollten uns in unsere Lieblingskleider schmeißen, einander umarmen und um die Wette strahlen.
Auferstanden! Das ist die Nachricht, die alles verändert.
Daheim zünden wir unsere Osterkerzen an, gestalten die letzte Station auf unserem Ostertisch und erzählen einander wieder und wieder, wie Jesus am dritten Tag auferstanden ist. So lange, bis wir es glauben können. Und dann drehen wir die Musik noch ein bisschen lauter und tanzen durch unser Wohnzimmer.“


Anne Gorges, Wir feiern uns durchs Jahr. Als Familie das Kirchenjahr entdecken.

Neukirchener Verlag, Neukirchen 2022, 208 Seiten, 18,00 EUR

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