Viele Jugendliche im Konfi-Alter sind fasziniert von dem Open-World-Spiel „Minecraft“. Dieser Baustein arbeitet mit diesem Spiel und führt die Konfis in eine Auseinandersetzung mit den Zehn Geboten.
Ein Baustein von Thomas Ebinger
Bild: Thomas Ebinger
1. Schritt: Faszination Open World (5 Min.)
Impulsfragen zum Einstieg
Welche Handy- oder Computerspiele spielt ihr in eurer Freizeit? Wer von euch weiß, was ein Open-World-Spiel ist? Was unterscheidet solche Spiele von anderen Spielen? (Das Spielziel ist nicht klar definiert.) Hat eigentlich unser Leben in der Welt ein vordefiniertes Ziel oder können wir auf dieser Welt einfach machen, was wir wollen?
2. Schritt: Die Bedienung des Spiels lernen (10 Min.)
Im Singleplayer-Modus darf jeder kurz die Bedienung des Spiels ausprobieren. Erfahrene Spieler/-innen zeigen den „Noobs“ (Newbies), wie das Spiel funktioniert. Auch später ist darauf zu achten, dass nicht einfach die erfahrenen Spieler/-innen alles bauen, sondern jeder seinen Beitrag leistet.
3. Schritt: Bauphase zu den Zehn Geboten in Gruppen (40–120 Min.)
Die Konfis werden nun in Gruppen von 2–3 Personen eingeteilt. Jede Gruppe legt sich auf eines der Gebote fest, zu dem sie etwas bauen will. Die auf einem Server vorbereitete Welt enthält den Text der Gebote und in der Mitte eine Mauer. Diese trennt – in Anspielung an jüdische Vorstellungen von den Geboten als Zaun – eine Fläche, auf der die Gebote gelten, von einer anderen, auf der Anarchie herrscht und gemacht werden kann, was man will.
Ihr sollt jetzt zu eurem Gebot zwei Kunstwerke auf beiden Seiten der Mauer bauen: Wie sieht sie aus, wenn man dieses Gebot ignoriert und alles erlaubt ist? Was hat das jeweils für Folgen?
Wenn die Bauwerke fast fertig sind, bekommen die Gruppen den Auftrag, auf einer Text-Tafel im Spiel ihre Gedanken und Erklärungen zum Bauwerk festzuhalten (siehe Ergebnisse aus der Erprobung bei den Fotos auf diesen Seiten).
Warum ist es sinnvoll, dieses Gebot zu haben? Was passiert, wenn man sich nicht daran hält? Versucht das, was ihr gebaut habt, noch einmal in Textform wiederzugeben.
4. Schritt: Kampf auf Leben und Tod in der Arena des Todes (10 Min.)
Der Server wird mit Schaden im Überlebensmodus neu gestartet. Für diesen Schritt kommen alle Spielerfiguren zur von Anfang an vorhandenen Arena des Todes. Zwei Freiwillige dürfen in dieser Arena auf Leben und Tod miteinander kämpfen. Es kann mehrere Runden geben und auch neue Freiwillige.
„Du sollst nicht töten“ ist eines der wichtigsten Gebote im echten Leben. Viele Computerspiele machen keinen Spaß, wenn man anderen keinen Schaden zufügen kann. Kann sich jemand erklären, warum das so ist? Meint ihr, dass es einen auch im Leben aggressiver macht, wenn man gewaltsame Spiele spielt?
Optional: 5. Schritt: Serverregeln und Gebote (15 Min.)
Auf vielen Minecraft-/Minetest-Servern gibt es umfangreiche Regel-Kataloge. M1 bietet einen solchen Regelkatalog in Auszügen.
Kennt ihr Serverregeln? Was ist da üblicherweise erlaubt, was verboten?
M1 wird ausgeteilt und bearbeitet. Am Schluss wird über die Frage gesprochen, ob es Parallelen zwischen Serverregeln und Zehn Geboten gibt und wo diese vielleicht bewusst anders aussehen.
6. Schritt: Vorstellung der Bauwerke im Plenum und Vorbereitung der Präsentation (10 Min.)
Schließlich werden die Bauwerke der einzelnen Gruppen mit Erklärung im Plenum präsentiert.
Die Anfangsfrage nach dem Ziel, das Gott für uns Menschen in der Welt hat, wird noch einmal aufgegriffen. Wie viel Freiheit hat Gott uns gegeben, die Welt zu gestalten? Wo und wie greift er als Herrscher dieser Welt ein?
Die Präsentation der einzelne Bauwerken kann als kurzer Film (Flug durch die Welt) und mithilfe von Screenshots im Gottesdienst oder bei einem Elternabend gezeigt werden. Die Minecraft-Ästhetik ist nicht jedermanns Sache, aber der Stolz der Konfis auf ihre Bauwerke wiegt das bei Weitem auf. Der Film kann auch bei Youtube hochgeladen werden und die Bilder können auf der Homepage der Kirchengemeinde oder auf verschiedenen Social-Media-Kanälen gezeigt werden.
Die Erklärtexte der Konfis zu den Kunstwerken werden am besten als Gedankenstütze aus dem Spiel herauskopiert, falls man zu aufgeregt ist, um die Gedanken frei zu formulieren.
Impressionen
1. Gebot – Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.1. Gebot – Wenn es nur Zufall gibt im Leben, gibt es keine Orientierung. Hier sieht man einen Würfel, der für den Zufall steht, wenn es Gott nicht gibt.5. Gebot – Wenn töten nicht erlaubt ist, ist Leben möglich, symbolisiert durch den Brunnen. Unsere Seite des Gebots soll vermitteln, dass das Leben kurz ist. Deshalb sollte man sich daran erinnern, dass wir uns gegenseitig mögen sollten und nicht bekriegen. 5. Gebot – In der Arena des Todes geht es blutrünstig zu. Hier sieht man die Arena des Todes, in der man auf Leben und Tod kämpfen kann.6. Gebot – Liebe braucht einen Schutzraum und den Segen Gottes, um gedeihen zu können. Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Auf der guten Seite ist ein Herz, das dafür steht, dass man nicht die Ehe brechen soll und treu bleiben soll. Das Herz ist ein Symbol, das für die Liebe steht.9. Gebot – Nicht immer sind alle Häuser gleich. Trotzdem ist das kein Grund, das Nachbarhaus zu begehren oder gar zu zerstören.Das siebte Gebot: Du sollst nicht stehlen. In unserem prachtvollen Haus gibt es viel Geld, das sicher ist vor Räubern und Banditen, da es das Gebot gibt: „Du sollst nicht stehlen“.Eine Übersicht der entstandenen Bauwerke.
Die Konfis lernen die Zehn Gebote im Überblick kennen. Sie setzen sich kreativ mit der Frage auseinander, wie eine Welt ohne Gebote aussehen würde und welchen Unterschied es macht, wenn sie gelten.
Um diesen Baustein durchzuführen, sollte man selbst ein Interesse an multimedialen Spielen und eine gewisse Affinität zu der dazugehörigen Technik mitbringen. Es kann allerdings auch eine Stärke darin liegen, Teamer/-innen oder Mitarbeiter/-innen (auch punktuell als Gäste) als „Experten“ federführend in die Einheit einzubeziehen.
Der Baustein ist bewusst knapp gehalten, lässt sich aber für einen Konfi-Tag oder ein Konfi-Wochenende beliebig ausdehnen, indem die Bauphase im Spiel verlängert wird. Ideal ist es, wenn man einen Online-Server einrichten kann, sodass die Konfis zu Hause weiterbauen und sich auf dem Server treffen können. Man kann aber auch alles über ein lokales (WLAN-)Netzwerk durchführen.
Die benötigten Computer kann man entweder bei einer Medienzentrale ausleihen oder die Konfis bitten, möglichst viele eigene Laptops und Android-Handys bzw. -Tablets mitzubringen. Der Server muss vorher eingerichtet sein. Als Einführung in das Spiel eignet sich diese Seite: https://blogs.rpi-virtuell.de/minetest/anleitungen/erste-schritte/. Dort wird auch erklärt, wo man das Spiel bekommt und wie man es installiert.
Hilfreich für weniger erfahrene Spieler sind ausgelegte Tastaturschablonen für Computer und Handy bzw. Tablet (siehe M3).
Wer unbedingt in Minecraft statt in Minetest spielen will, muss die Ausgangswelt nachbauen und dafür sorgen, dass ausreichend Spieler-Accounts vorhanden sind. Dann kann man entweder im lokalen Netzwerk miteinander spielen oder sich einen sogenannten Realm mieten (https://minecraft.net/de-de/realms/).
Viele Jugendliche im Konfi-Alter sind fasziniert von dem Open-World-Spiel „Minecraft“. Tatsächlich ist es nach „Fortnite“ laut JIM-Studie das beliebteste Spiel in diesem Alter und wird von Jungen und Mädchen gleichermaßen gespielt. Anders als das pädagogisch sehr bedenkliche Spiel Fortnite, bei dem man töten muss, um zu überleben, ist Minecraft ohne Bedenken auch schon für Jugendliche im Konfi-Alter einsetzbar und wegen seiner pädagogischen Möglichkeiten auch an Schulen sehr beliebt.
Minecraft hat kein festgelegtes Spielziel. Man kann je nach Einstellungen des Servers aus dem Vollen schöpfen und eine Welt kreativ gestalten oder man muss sich mit knappen Ressourcen auseinandersetzen und jedes Material selbst abbauen („mine“) und dann handwerklich weiterverarbeiten („craft“).
Die kostenlose und freie Variante dieses Spiels, Minetest, ist inzwischen weit genug gediehen, dass man sie für pädagogische Zwecke verwenden kann.
Ich habe diesen Baustein mit einer Konfi-Gruppe aus Beutelsbach an einem Konfi-Nachmittag durchgeführt. Es war erstaunlich zu sehen, in welch kurzer Zeit ansehnliche Bauwerke entstanden sind, die wir dann in Form eines Films und mit kommentierten Screenshots im Gottesdienst gezeigt haben. Der spielerische Zugang, auch Gamification genannt, kommt Konfis sehr entgegen und sie haben großen Spaß bei dieser Form des Arbeitens. Auch Konfis, die noch wenig Spielerfahrung hatten, wurden gut integriert.
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