Impulse für die Konfi-Arbeit

Credo-Basics in 90 Minuten

Das Credo im Konfi zu behandeln, kann verschiedene Ziele haben. In diesem Baustein geht es darum, das Glaubensbekenntnis als ganzen Text ins Auge zu fassen. Im Zentrum steht die Bedeutung des Credos als liturgischer Text und als gemeinsame Tradition der westlichen Kirchen.

Ein Baustein von Stefan Kammerer

(Bild: Timothy Eberly/unsplash.com)

Das Credo im Konfi zu behandeln, kann verschiedene Ziele haben. In diesem Baustein geht es darum, das Glaubensbekenntnis als ganzen Text ins Auge zu fassen. Im Zentrum steht die Bedeutung des Credos als liturgischer Text und als gemeinsame Tradition der westlichen Kirchen.

Das Sprechen des Credos in einer Gemeinschaft stellt jede/n Sprechende/n in diese Gemeinschaft, auch wenn nicht alles verstanden oder bejaht werden kann. Für das Credo ist der sichtbare Ort dieser Gemeinschaft die Kirche bzw. der Gottesdienst, den jeder Konfi erlebt.

Der Baustein nutzt diesen Zusammenhang zwischen Text und Ort dazu, die Konfis mit dem Credo bekannt zu machen und sie dazu anzuregen, dieses Symbol der Gemeinschaft aktiv für den Gottesdienst zu gestalten. Damit kann der Baustein das Memorieren inner- und außerhalb des Gottesdienstes umrahmen und begründen. Er ist für die Anfangsphase der Konfizeit gedacht.

Eine wichtige Rolle des Apostolikums als prominentem Vertreter der Gattung „Bekenntnis“ ist es, an die Aufgabe eines jeden Christenmenschen zu erinnern, Worte für den eigenen Glauben zu finden. Damit weist das Thema „Glaubensbekenntnis“ schon auf das Konfirmationsmotiv Mündigkeit/Bekenntnis hin. Daraus kann sich auch ein zweiter Zugangs- und Zeitpunkt für das Credo in der Konfizeit ergeben. Auch hierzu bietet der Baustein eine Möglichkeit (siehe M07 – Glaubensbekenntnisse der Konfis). Je nach
Konfigruppe ist es denkbar, auch am Anfang der Konfizeit einen Impuls zum Verfassen eines eigenen Glaubensbekenntnisses zu geben und dieses am Schluss der Konfizeit zu wiederholen und gemeinsam zu überlegen, was sich verändert hat.

Der Baustein ist in vier Phasen unterteilt:

  1. Einstimmen: Kernworte des Glaubensbekenntnisses sortieren und sprechen.

  2. (Kon)zentrieren: Input mit „basics“ zum Glaubensbekenntnis

  3. Gestalten: Alte Worte neu gesprochen: Kleingruppen entwickeln Ideen, wie das Credo in der Kirche so gesprochen werden kann, dass auch sein Rang als gemeinsame Tradition vieler Christen Ausdruck findet.

  4. Ausprobieren: In der Kirche werden die „Apostolika“ der Kleingruppen ausprobiert und aufgeführt.


Phase 1: Einstimmen (ca. 15 Min.)

Die Konfigruppe sitzt im Stuhlkreis. In die Mitte werden durcheinander und verdeckt die Kernworte des Glaubensbekenntnisses gelegt. Die Mitte wird dazu benutzt, das Credo einzuführen.

„Was in der Mitte liegt, gehört zu einem der wichtigsten Texte unserer Kirche … – nehmt jede/r ein Stück davon – erratet ihr, um welchen Text es sich handelt?“

Die Gruppe sortiert sich nun in einer Reihe so, dass die Kernworte des Credos in der richtigen Reihenfolge angeordnet sind. Mit diesen Worten als Gerüst wird dann das Credo gesprochen, zuerst nur die Kernworte einzeln nacheinander, zuletzt das ganze Credo gemeinsam.

Dieses Grundgerüst kann variiert/ergänzt werden: M3 ermöglicht (in 2er-Gruppen) das Einfügen der Kernworte in einen Lückentext, so dass am Ende das Credo vollständig dasteht.

Je nach Gruppe und Zeitpunkt werden die Kenntnisstände der Konfigruppe bezüglich des Credos unterschiedlich sein. In 15 Minuten ist auf jeden Fall das Sortieren und Sprechen zu erreichen, in fortgeschrittenen Gruppen aber vielleicht auch noch ein weiterer Schritt mit den Wortkarten vorstellbar
(z.B. auf einer Linie sortieren nach wichtig und unwichtig / bekannt und unbekannt / gut zu merken und schlecht zu merken).

Phase 2: (Kon)zentrieren (5 Min.)

Das eben Erarbeitete aufnehmend (Übergangsfrage: „Was meint ihr: Warum gibt es das Glaubensbekenntnis eigentlich?“) stellt die Gruppenleitung die hier relevanten Aspekte
des Glaubensbekenntnisses dar.

In der Vorbereitung ist es sinnvoll, sich im Team zu überlegen, warum die Konfirmandinnen und Konfirmanden sich mit dem Glaubensbekenntnis auseinandersetzen sollen und zusammen zu formulieren, was das Ergebnis dieser Konfi- Stunde sein soll. (z.B. Es gibt das Glaubensbekenntnis, damit wir uns unserer gemeinsamen Tradition bewusst werden, und damit wir an unsere Aufgabe denken, selbst Worte
für unseren Glauben zu finden und zu gebrauchen.) (Siehe M2)

M2 soll nicht im Konfi vorgelesen werden, sondern das innerlich präsente „Rückgrat“ des Gesprächs bilden.

Phase 3: Gestalten (25 Min.)

Die Konfis werden in Kleingruppen zu 4-8 Jugendlichen eingeteilt und erhalten dann den Auftrag, sich zu überlegen, wie das Glaubensbekenntnis „in die Kirche kommen“ kann, so dass nicht nur die Worte in der üblichen Weise gesprochen werden, sondern auch in der Gestaltung seine Bedeutung sichtbar wird.

„Ihr habt die Worte des Glaubensbekenntnisses. Eure Aufgabe ist nun, diese Worte so in die Kirche zu bringen, dass sie nicht einfach nur gesprochen werden, sondern dass auch klar wird, was das Glaubensbekenntnis (für euch) bedeutet. Vergesst dabei nicht: Das Glaubensbekenntnis verbindet uns mit Christen aller Zeiten und aller Länder. Wie könnten Zeitlosigkeit und Gemeinschaft für euch aussehen?“

Die Gruppen haben jetzt ca. 15 Minuten Zeit, ihre Aufgabe zu lösen und stichwortartig auf M5 festzuhalten. Als Hilfe gibt es dazu ein Blatt mit Tipps, das die Gruppen benutzen können (M6).

Es kann hilfreich sein, das Credo in verschiedenen Sprachen dabei zu haben. Oft kommen die Konfis auf die Idee, das Credo so zu sprechen (s. auch M1c). Die Ideen der Konfis können fotografiert werden. Nach Ablauf der 15 Minuten stellen die Gruppen ihre Überlegungen (kurz) vor (Stuhlkreis).

Tipp: Es gibt Konfis, die gerne und gut formulieren und das Credo schon gut kennen. Eventuell kann man diese motivieren, in dieser Phase parallel zu den anderen Kleingruppen in einer eigenen Kleingruppe oder auch einzeln ein eigenes Glaubensbekenntnis zu formulieren. Dazu kann man entweder ein leeres Blatt benutzen oder M07, das zur Anregung mit Glaubensbekenntnissen meiner Konfis aus vergangenen Jahrgängen gestaltet ist. In Phase 4 können diese Bekenntnisse dann vorgetragen werden. Ich habe oft ein so entstandenes Bekenntnis auch im Konfirmationsgottesdienst verwendet.

Phase 4: Ausprobieren (45 Min.)

Die Arbeitsergebnisse der Kleingruppen werden allesamt durchgespielt und ausprobiert – und damit auch schon für ihre Verwendung im Gemeindegottesdienst konfiguriert (dazu ist i.A. jedoch pro Idee und Gottesdienst noch einmal eine Probe einzurechnen). In der Regel braucht es von der Idee bis zur guten Durchführung einige Anläufe und Durchgänge. Leitgedanke dabei ist, dass jede Idee so gut ausgestaltet wird, dass eine Verwendung im Gottesdienst möglich ist.

Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Konfi

Auf welche Ideen kommen Konfis in der Kleingruppenphase? Hier einige Beispiele aus meinem Konfi:

  1. Das Glaubensbekenntnis als Videoclip: Die Konfigruppe spricht das Glaubensbekenntnis, und zwar so, dass jede/r ein Wort bzw. eine Phrase sagt. Alle Konfis stellen sich in eine Reihe, und die Worte werden mit einer Digitalkamera (Videofunktion) aufgezeichnet. Das Amen wird von allen gemeinsam gesprochen (eher: gerufen). Ein Konfirmand fügt die einzelnen Clips bzw. Ausschnitte dann zu einem Video zusammen.

  2. Das Glaubensbekenntnis als Pantomime: Ein/e Konfirmand/in liest das Glaubensbekenntnis vom
    Ambo aus vor, andere Konfis bilden die Worte in Gesten nach. Das Ganze wird als Abfolge von Einzelbildern fotografiert und/oder als Video aufgenommen, kann aber auch „live“ im Gottesdient eingebaut werden.

  3. Das Glaubensbekenntnis als Frage- und Antwortspiel: Im Grunde handelt es sich um eine Lesung im Wechsel: Die Gruppe hat sich überlegt, welche Teile ein „Vorbeter“ (Konfirmand/in von der Kanzel aus) spricht, und welche Teile alle Konfis bzw. am Sonntag die Gemeindemitglieder sprechen sollten.

  4. Das Glaubensbekenntnis als gesprochenes Wortpuzzle: Die Konfis verteilen sich in der ganzen Kirche (inkl. Empore) und sprechen jeweils verschiedene Worte des Glaubensbekenntnisses (in der richtigen Reihenfolge, aber jeweils aus ganz verschiedenen Ecken). Das Glaubensbekenntnis springt sozusagen durch die Kirche.

  5. Das Glaubensbekenntnis in verschiedenen Sprachen: Nicht ganz originell, aber immer wieder beeindruckend ist die Lesung des Credos in verschiedenen Sprachen. Es lohnt sich, hier an den Details zu arbeiten: Sprechen alle alles gleichzeitig oder wird abgewechselt? Was wird in welcher Sprache gesprochen? Wo liegen die Sprachwechsel?

Material

Für Phase 1:

  • ausgedruckte Kernworte des Credos (am besten laminiert oder auf dickerem Papier gedruckt, Druckvorlagen s. M1a-b, ggf. M3)


Für Phase 2:

  • für die Vorbereitung im Team und den Impuls
    im Konfi-Unterricht: M2


Für Phase 3:

  • M4 für jeden Konfi
  • M5 und M6 möglichst als DinA3-Ausdruck
    pro Kleingruppe
  • Stifte
  • Digitalkamera
  • ggf. das Credo in Fremdsprachen, in Einzelsätzen oder als ganzer Text (M1a-c)


Für Phase 4:

  • Ergebnisse der Konfis aus Phase 3 (Dieser Teil des Bausteins sollte in der Kirche
    durchgeführt werden.)
Siehe Fließtext.
Siehe Fließtext.

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